Vereinsgeschichte

      

Kommt, laßt uns Weggefährten sein!

Weggefährten , sind  Menschen, die einander vertrauen, aufeinander achtgeben, sich gegenseitig helfen, sich Gefahren stellen und gemeinsam meistern, miteinander Freud und Leid teilen, sich nicht über den Nächsten erheben; sondern gemeinsam das Ziel suchen und dieses nicht aus den Augen verlieren. Dieses Ziel ist uns in der „Pariser Basis“ vorgegeben, nämlich Menschen zu Christus zu führen.

Die Apostelgeschichte 8, berichtet von zwei Weggefährten, die der Engel des Herrn zusammengeführt hat. Der eine, so wird berichtet, war ein Kämmerer, also der Finanzminister der Königin Kandake aus dem Mohrenlande, ein auch in damaliger Zeit hoch angesehener Mensch. Dieser Minister, war auf dem Wege von Jerusalem nach Gaza und las aus dem prophetischen Buch des Jesaja, es wird berichtet:„ er las laut“! 

Laut lesen und dann einen Bibeltext, und das noch in aller  Öffentlichkeit, in unserer heutigen Zeit, eine Unmöglichkeit?  Fehlt  uns hier nicht einfach der  Bekennermut? Nur nicht auffallen ist die Devise, aber Christen sind wir laut Steuerkarte doch noch!

Der andere, Philippus, wurde auf Befehl Gottes auf den Weg geschickt, um dem Finanzminister die Worte Jesajas auszulegen. „ Verstehst  Du was Du da liesest?“ Eine Vorgehensweise, die heute „haarsträubend“ wäre, einen Minister einfach anzusprechen, das muß man sich mal vorstellen und dann noch fragen, ob er auch verstehe was er da gerade liest, die Bodygards würden demjenigen schon das Fürchten lehren, der sich erdreistet, die Intelligenz eines Ministers anzuzweifeln.

Der Kämmerer aber, war ein intelligenter Mensch und wußte, das er nicht die Tragweite der Schriften, ohne Anleitung und Auslegung  ergründen  konnte und er  bat den Philippus um Hilfe und diese zwei Weggefährten nutzten die Zeit, um etwas zu tun, sie vertieften sich in der Schrift. Der Kämmerer aber, überwältigt von Gottes Wort, ließ sich taufen.

Er aber zog seine Straße fröhlich!

 

11. November, 1849

Unsere Vorfahren suchten nach einem Weg, um in der damaligen Zeit, jungen Menschen, die  vorwiegend aus dem Hessenland, den deutschen Ostgebieten, wie dem  Brandenburger Land, Ost - und  Westpreußen kamen, eine Heimat zu geben, sie in einem Beruf auszubilden, sie in Rechtschreibung, Lesen und Rechnen auszubilden und ihnen Gottes Wort nahezubringen, so wurde der  Männer und Jünglingsverein im damaligen Amt Milspe - Voerde, im Hause Störring, Bergstraße 28 gegründet.

Die Gründungsurkunde spiegelt den Sinn und Zweck des Vereins wieder, es heißt da:

„ Im Namen Gottes, Amen !“

Unter dem heutigen Tage trat hierselbst ein Jünglingsverein ins Leben, der nachstehende Statuten festgesetzt hat,

Statuten des Jünglingsvereins in Voerde

§.1.

Der Zweck des Jünglingsvereins zu Voerde ist:

  1. Allen Gefahren möglichst entgegenzuwirken, welchen die  Jünglinge im Verkehre mit ihres Gleichen, sonderlich durch den Besuch der Wirtshäuser jetziger Zeit ausgesetzt sind.
  2. durch fördern elementar = wissenschaftlicher Anleitung sie zur geschickten Ausübung ihres Berufs mehr zu befähigen, und

durch Darreichung des Wortes Gottes und Einführung in dieses und die christliche Gemeinschaft sie für die Antwort  geneigt zu machen, welche Psalm 119 V. 9 nach der Frage steht: Wie kann ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? -- Wenn er sich hält nach Deinem Worte.

Es folgen nun die  §§ 2 -- §§ 11, hier werden die Kompetenzen und Regeln des Vereins aufgeführt.

§ 12.

Diese ganze Anstalt stellen wir unter den Schutz unseres Herren und Heilandes Jesu Christi; ohne dessen  Beistand und Segen alle unsere Mühe und Arbeit vergebens ist, der aber keinen Stein zum Bau seines Zions verwirft und keine Anstalt zum Besten der von Ihm bis in den Tod geliebten und  so teuer erkauften Menschen kann unbeachtet  und  ungesegnet lassen. Und um den Grund auszusprechen, auf den wir bauen und die Hoffnung, die uns beseelt, möchten wir zum Wahlspruch unseres Vereins die Worte Römer  8 V. 31

Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein!“

Voerde, den 11. November, 1849

Der Vorstand:

C. Hoesch , Direktor

Sichelschmidt D.    

Fr. Wilh. Störring  

Friedrich Störring

Fr. Wilh. Ischebeck

Eduard Effey

Pfingsten, Pfarrer

Heinrich Hallenberg

Am 16 Dezember 1849 beschloß der Vorstand des Männer und Jünglingsverein Voerde, sich den Rheinischen – Westfälischen Jünglingsbund anzuschließen. Der Beschluß hatte folgenden Wortlaut:

Es wurde beschlossen, daß der Jünglingsverein in Voerde sich an den Rheinisch-Westfälischen Jünglingsbund als Glied anschließen sollte, und erließ der Direktor zu dem Grunde nachstehendes Schreiben an den Direktor des Rheinisch - Westfälischen Jünglingsbundes Herrn Pfarrer Dürselen in Ronsdorf.

                               Hochwürdiger,

                               Hochzuverehrender Herr Pfarrer !

Im Namen des Herrn hat sich hier in Voerde ein christlicher Jünglingsverein gebildet, der bereits 40 Mitglieder zählt und den Unterzeichneten zum Direktor erwählt hat. Unsere Statuten sind ganz nach den Normal-Statuten in den No. 25, 26, u. 27 des Jünglingsboten Jahrgang 1849 eingerichtet, einige kleine Zusätze ausgenommen, welche die Örtlichkeit notwendig machten. Die Vorsteher des Vereins sind:

 

Herr Pfarrer Pfingsten hierselbst

Herr Fr. Wilh. Störring hierselbst

Herr Daniel Sichelschmidt hierselbst

Herr Friedrich Störring      hierselbst

Herr Fr. Wilh. Ischebeck    hierselbst

Herr Eduard Effey            hierselbst

 

Der Jünglingsverein in Voerde möchte sich nun gerne an den Rheinisch – Westfälischen Jünglingsbund als Glied anschließ0en, weshalb diese ergebenste Anmeldung. Ew. Hochwürden werden deshalb gehorsamst ersucht, die Aufnahme des hiesigen Vereins in den Rhein. – Westf. Jünglingsbund gefälligst bewerkstelligen zu wollen, mit der Bitte, demselben gütigst mit Rat und besonders darin zur Hand zu gehen, wie er sich dem Rhein.-Westf. Jünglingsbunde gegenüber zu verhalten habe.

Der Herr wolle seinen ferneren Segen Gedeihen dem hiesigen Verein verleihen!

Mit der Vollkommensten Hochachtung habe ich die Ehre zu zeichnen, als

                                                     Ew. Hochwürden

                                                      ergebenster Diener

Voerde,                                          C. Hoesch, Hauptlehrer

am 17. Dezember 1849                    der hiesigen Elementarschule.

1850

Unter dem 1. April 1850 ist folgender Eintrag zu lesen:

Auch an den beiden Osterfeiertagen trat der Verein jubelnd und dankend zusammen. Es wurden Osterlieder  angestimmt, einige Vorlesungen und eine Osterbetrachtung gehalten. Heute meldeten sich zur Aufnahme in den Verein und wurden aufgenommen: Carl Hederich am Timmerbeul, Carl Steinhaus in Voerde, Wilhelm Griesenbeck zu Jellinghausen, Friedrich Schwarz am Kaiser, Wilhelm Drewe in der Milspe.

1853

Fr. W. Störring wird 1. Vorsitzende

1854

Der Verein wird Mitglied im Kreisverband Elberfeld/Barmen. Aus Platzgründen zieht man um in die Kirchstraße 17 (Haus des Bäckermeisters G.A. Ischebeck)

1858

Gustav Störing wird 1. Vorsitzende

1864

Leher Detert wird 1. Vorsitzende

1865

Fr. W. Ischebeck wird 1. Vorsitzende

1869

Lehrer Vethake  wird 1. Vorsitzende

1871

Zu den Sedansfeiern wird erstmals ein Posaunenchor erwähnt

1872

Lehrer Dey wird 1. Vorsitzende

1874

Der Verein feiert sein 25. Jahresfest. Die Festrede hielt Pastor Platzhoff aus Schwelm

Pfarrer Lautz Fr. wird 1. Vorsitzende

1880

A .Hagena wird 1. Vorsitzende

1885

Pfarrer Jürgenymeyer wird 1. Vorsitzende

1888

Niederschrift der Generalversammlung am 5. Februar 1888.

Am heutigen Abend wurde über folgende Gegenstände Beschluß gefaßt.

  1. Der Verein wird den Geburtstag Sr. Majestät in öffentlicher Feier im Haarmannschen Saale festlich begehen. Als Tag wird Sonntag 25. März in Aussicht genommen. Ebenfalls sprach der Lehrer Klug aus Elberfeld, denn man war seit 1854 Mitglied im Wuppertaler Kreis
  2. Es soll ein neuer Versuch gemacht werden, den Männerchor für 4 Stimmigen Gesang neu zu gründen, und meldeten sich zu diesem Zwecke bereits 17 Vereinsmitglieder.
  3. Die Gründung eines Posaunenchores wurde vertagt.

Die Lehrlinge sollen pro Monat einen Beitrag von 15 Pfennigen zahlen.

    Voerde, den 5. Februar 1888             Der Präses

                                                            Jürgensmeyer, Pfr. 

 

1889/1890

Der Verein war über 40 Jahre als und und traf sich in zwei hintereinander liegenden Zimmern im Dannertsche Hause im Wiemerhof

Pfarrer Topp wird 1. Vorsitzende

1894

Vorstandssitzung Voerde, 29 Januar 1894

In heutiger Vorstandssitzung, in der sich die Herren Pfr. Topp, H. Schnautz, Ad. Rosenberg, Ferdinand Wilkes und der Unterzeichnete eingefunden hatten, wurde über die Gründung eines Posaunenchores verhandelt, desferneren wurde vom Mitglied Schnautz der Antrag gestellt, vor dem demnächstigen Umzuge die Möbeln anstreichen zu lassen. Nach längerer Debatte wurde einstimmig beschlossen, beide Gegenstände der auf den 18. Februar anzuberaumenden Generalversammlung zur Beschlußfassung vorzulegen. Auch über eine evtl. einzurichtende Fortbildungsstunde wurde gesprochen und Beschlußfassung ebenfalls der Generalversammlung überlassen.

                                                                Fischer, Schriftführer 

Immer wieder mußte der Verein umziehen, sei es, daß der Vorhandene Raum zu klein geworden war, oder die Räumlichkeiten anderweitig genutzt werden sollten; oder die christlichen Gesänge die Nachbarn störten. Der Ruf nach einem eigenen Vereinsheim wurde immer dringlicher, es wurde ein Bauausschuß gegründet.

1896

Zum 1.Vorsitzende wird Pfarrer Beyer gewählt

1897

Der Verein kauft ein Grundstück an der Lohernockenstraße 22. Die Mitglieder legten in Eigeninitiative und durch Spenden den Grundstock für den Bau des Hauses. Pfarrer Topp wird wieder 1. Vorsitzende

1899

Am 16. Juli 1899 feierte man das 50 jährige Bestehen des Vereins auf dem Festplatz  am Lohernocken, es wirkten mit: Der Wupperfelder Männerchor. Pfarrer Priester aus Lübbecke und der „Bundes Agent“ Wegener, sowie die Pfarrer der Gemeinde.

1900

Am 8. Juli 1900, war die Grundsteinlegung zum Bau des Hauses. Die Kirchengemeinde gab ein Darlehen von 5.250,00 Mark. In den Grundstein des Vereinshauses wurde eine Urkunde mit  folgendem Wortlaut eingemauert:

Urkunde!

Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen!

 

Am heutigen Sonntag, dem 8.Juli im Jahre des Heils neunzehnhundert; im dreizehnten Jahre der gesegneten Regierung Seiner Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preussen Wilhelm 2 wird in Gegenwart der beiden Hirten der evangelischen Gemeinde, Herren Pfarrer Topp und Wittenberg sowie der Mitglieder des evangelischen Männer und Jünglingsvereins Voerde der Grundstein zu dem Vereinshause genannten Vereins gelegt.

Mit dieser darüber gefertigten Urkunde sind wie nachstehend verzeichnet, eingesenkt:

  1. Die Namen der gegenwärtigen Vorstands—Mitglieder und der beiden Herren Pfarrer, sowie des Architekten.
  2. Die letzte Ausgabe des „Jünglingsboten“  und die letzte Ausgabe des Gemeindeblattes.
  3. Die Ordnung der Feier des heutigen Tages beziehungsweise das Protokoll.

Nachdem der  Verein im Jahre 1849 am 11 November gegründet, durfte derselbe im vorigen Jahre auf ein 50 jähriges von Gottes Gnade und Treue sichtlich getragenes Bestehen zurückblicken, an welchem Jubiläumstage wir unsern lieben, noch jetzt im Amte befindlichen und im reichen Segen wirkenden Herren General Superintendenten Neebe aus Münster als Festredner in unserer Mitte begrüßen durften. Der Verein hat sich in der langen  Reihe von Jahren mit oft recht unzureichenden Räumen behelfen müssen, weshalb der Wunsch nach einem  eigenen Heim immer sehnlicher wurde. Was uns zu Beginn dieses Jahres unmöglich schien, ist nun dennoch durch Gottes Führung und Leitung zur Wirklichkeit gelangt. Dem Verein war es seit einigen Jahren vergönnt einen freien Schulraum für seine Zwecke zu benutzen, dem jedoch Anfang dieses Jahres plötzlich ein Ende bereitet wurde, so daß wir uns vor die dringende Entscheidung gestellt sahen, entweder zu bauen, oder den Verein eingehen zu lassen.

Wir hatten somit keine gewisse Stätte. 1. Korinther 4.10

Aber auch hier bewahrheitete sich das Wort der  heiligen

Schrift: „Und ich will alle deine Feinde demütigen und verkündige dir, daß der Herr dir ein  Haus bauen will“. 1. Chronica 17.10 .

Wir haben erfahren, wie der Herr die Herzen mancher Freunde willig machte, uns mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, so daß wir vorläufig durch Vermittlung unserer Herren Pfarrer  ein Konfirmandenzimmer  beziehen konnten, sowie, daß wir schon heute in der Lage sind nach dem Plan und unter der Leitung des Herrn Architekten Rudolf Kalthoff, in Firma Gustav Ebinghaus vom Brink bei  Voerde die Grundsteinlegung für den Bau des Vereinshauses mit einem Kostenaufwande von MK 11.000,00 festlich zu begehen.

Zu Ihm, unserem gekreuzigten und auferstandenen Heilande erheben wir nun freudig unsere Herzen und Hände, Ihm zu danken und Ihn zu bitten, ferner seine Gnade walten zu lassen über diesen Verein und über den Bau dieses Hauses, sowie zum Aufbau Seines Reiches und zur Verwirklichung des Schriftwortes:“ Wie  wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen?  Wenn er sich hält nach Deinem Worte“. Psalm 119.9

Ihm sei Preis und Ehre. Sein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Amen! 

So geschehen Voerde, den 8. Juli 1900

Der Vorstand des evangelischen Männer und Jünglingsvereins

Richard Ischebeck, Präses Ferdinand Wilkes, Adolf Wieth, W.

Stich Vizepräses, Paul Hoppe, Adolf Rosenberg, Adam Oppermann.

Die Pfarrer der Gemeinde.

Topp               Wittenberg

Der Architekt Gustav Ebinghaus

Ordnung der Feier bzw. Protokoll 

Nachdem sich die Mitglieder sich um 7,30 Uhr morgens vor dem Hause  des Vereins—Präses versammelt haben, marschiert der Verein unter dem Schall der Posaunen in geschlossenem Zuge nach dem Bauplatz. Die Feier beginnt:  

  1. mit Präludium des Posaunenchores
  2. Gesang der Versammlung mit Posaunenchorbegleitung,(Allein Gott in der Höh sei Ehr)
  3. Gebet und Ansprache von Herrn Pastor Topp
  4. Verlesung der Grundsteinurkunde ( Präses)
  5. Gesang des Verses. Lobe den Herren
  6. Vollziehung der Grundsteinlegung mit den üblichen Hammerschlägen.
  7. Schlußgesang der Versammlung: Nun danket alle Gott....

Schluß: Gebet und Segensspruch, von Pastor Wittenberg.

Gott der Herr aber spreche zu dieser Feier Sein Ja und Amen!

Zum 1. Vorsitzende wird Richard Ischebeck gewählt

Am 21.10.1900 wurde der erste Teil des Gebäudes eingeweiht.

1904 - 1905

Es stellte sich aber bald heraus, dass die Räumlichkeiten nicht ausreichten. 1905 beschloß man daher einen Anbau zu errichten. Um alte Bauschulden abzutragen und neue Geldmittel zu  gewinnen, wurden in Mitgliederkreisen und Freundeskreisen, Sammlungen durchgeführt. Um eine Hypothek von 13.500,00 Mark aufnehmen zu können, bürgten    R. Ischebeck, E. Ischebeck und A. Rosenberg für den Verein. Es wurde eine Turnabteilung gegründet und im Jahre 1905 die ersten Turngeräte angeschafft. 30 - 40 junge Männer zählte die Abteilung an manchen Abenden.

1908

Am 19. Januar, wurde das Haus in der Lohernockenstraße übergeben und feierlich eingeweiht.

1914

69 Mitglieder des Vereins mussten in den 1. Weltkrieg ziehen, so dass die Vereinsarbeit schwierig wurde.

1917

Das Vereinshaus, wird von der Wehrmacht als Pferdestall benutzt.

1919

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wurde auch wieder ein Posaunenchor gegründet, der aber an der Frage zur Anschaffung einer Pauke zerbrach.

In Zusammenarbeit mit dem Johanneum Barmen wird eine Sekretärschule eröffnet

1922

Die Zeit der Inflation. Für die Einrichtung eines Jugendraumes wird eine Zahl von 12 Millionen Mark erwähnt

1923

Der Verein feiert sein 75 Jähriges Bestehen mit Pastor Humburg.

1927

Pfarrer Knipp wird 1. Vorsitzende des Männer und Jünglingvereins.

Wie in jedem anderen Verein gab und gibt es auch in unserem Verein, Höhen und Tiefen. So  spaltete sich im Jahre 1931 der Verein, und es wurde der Altenvoerder Verein gegründet, aus diesem entstand  später der CVJM-Altenvoerde.

1932

Gustav Noelle wird 1. Vorsitzende des Männer und Jünglingsvereins

1933

Gustav Bohner wird 1. Vorsitzende des Männer und Jünglingsvereins

Es folgten nun die dunkelsten Jahre der deutschen Geschichte. 1933 wurden alle Vereine gleichgeschaltet, alle Vereine die Jugendarbeit machten, wurden per Erlaß in die Hitlerjugend  integriert. Eine Arbeit an Jugendlichen bis zu18 Jahren, wurde so erschwert, daß eine Gemein-schaft kaum noch möglich war. Sogenannte Fähnleinapelle wurden so gelegt, daß sie meist zur Kirchzeit oder Kindergottesdienstzeit am Sonntagmorgen statt-fanden und wehe denen, die den Kirchgang dem Fähnleinapell vorzogen, Repressalien waren an der Tagesordnung. Trotzdem gab es immer wieder Möglichkeiten auszuweichen, ob nun Kindergottesdienst oder Jugendarbeit, es gab immer wieder mutige Menschen, die sich berufen fühlten, das unverfälschte Wort Gottes weiter -zusagen. In der Zeit, als man unser Vereinshaus für politische Zwecke mißbrauchte, wich man auf Aufenthaltsräume von Firmen aus, bis die politische Führung auch hier einen Riegel vorschob und unter dem Vorwand, daß hier für die Kinder  und Jugendlichen kein Versicherungsschutz bestünde, die Zusammenkünfte verbot. So traf man sich in der Gardarobe des Vereinshauses zur Bibelstunde, mit  Gustav Bohner oder Ewald Stöhr, zum Kindernachmittag mit Frl. Brockmann, oder in Privathäusern mit Fritz Neuhaus oder Hugo Lindner. Die Amerikaner überrollten Voerde und gaben Tage später den Befehl aus, daß Voerde von der  Bevölkerung zu räumen sei, alle Möbel und auch persönliches Eigentum sei  beschlagnahmt, außer Tasse,  Teller und Eßbesteck, dürfe nichts aus den Häusern mitgenommen werden.

1943

Ewald Stöhr wird 1. Vorsitzender

Von Mai 1945 bis Mai 1948 war die Gemeinde Voerde und auch unser Vereinshaus nacheinander von Russen, Italienern, Serben und Polen besetzt, die es teils als Verpflegungslager, teils als Schwarzmarktzentrale nutzten. Wollte man von Hasperbach nach Milspe, mußte man über Haspe gehen, die Wälder waren von marodierenden Menschen besetzt.

1946

Wurden Randgebiete für den Bezug durch die Voerder Bevölkerung wieder freigegeben, auch das Pfarrhaus in der Lohernockenstraße. Pastor  Breer, der dieses Haus bewohnte, stellte dem Verein einen Raum in seinem Hause zur Verfügung, hier trafen sich die nicht allzuweit wohnenden Vereinsmitglieder. Jungschar gab es wieder in der Rektoratschule, (hier ist heute der AWO- Kindergarten) oder auch im Hause Nolzen. Der Jungendienst traf sich im Hause Kaiser am Röttelteich. Der Jungendienst  führt seine Freizeit in Groß-Almerode durch, es war ein Zeltlager, die Zelte wurden von der amerikanischen Armee zur Verfügung gestellt.

1947

Das Pfarrhaus an der Lohernockenstraße und die Rektoratschule werden frei, die CVJM Arbeit kann offiziell wieder aufgenommen werden. Die Jungschararbeit findet in der Rektoratschule statt. Die Jungenschaft fährt ins Zeltlager nach Großalmerode. Das Leben normalisiert sich auch in Voerde wieder.

1948

Im Mai war auch unser Vereinshaus wieder frei. Nach einer großen „Entmistungsaktion“ konnten wir unser Vereinshaus wieder benutzen. Inventar gab es nicht mehr, aber noch während der Evakuierung, waren aus Spenden der Mitglieder einige Stühle angeschafft worden. So war es möglich, schon kurze Zeit später unsere Bibelstunden wieder im eigenen Haus abhalten zu können. 1948 fuhr die Jungenschaft auf Gockels LKW in die Freizeit nach Dahlerau, hier wurde im Gemeindehaus auf einem Strohlager übernachtet, gekocht wurde in eigener Regie, Milch bekam man vom nahen Bauernhof. Die Altenvoerder Jungenschaft zeltete in Krähwinkelerbrück, diese hatte wohl Wachen aufgestellt, trotzdem schaffte es die Voerder Jungenschaft, (wie es damals üblich war), den Altenvoeder Jungenschaftswimpel zu erobern, dieser wurde aber am nächsten Tag wieder zurückgebracht.

In diese Zeit fiel auch die Währungsreform, plötzlich mit dem neuen Geld , war alles, auch ohne Lebensmittelmarken, in den Läden zu kaufen, die Schaufenster waren plötzlich zum Bersten voll mit allerlei Waren, von denen man sonst nur zu träumen wagte, in Dahlerau war die Voerder Jungenschaft schon bekannt, wenn die Jungen dann bei ihrem allmorgentlichen Dauerlauf zur Wupper, (hier ging es zum Morgenbad ins kühle Naß)mit hungrigen Blicken an den Geschäften vorbeikamen, wurde auch schon mal etwas Obst herausgereicht, welches dann dankbar entgegengenommen wurde.

1949

Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich, und seine Wahrheit verkündigen mit meinem Munde für und für. PS 89,2

100 Jahre evangelischer Männer und Jünglingsverein Voerde, dieses Ereignis wurde festlich begangen. Vom 24. – 30 Oktober 1949 wurde gefeiert. Vom 24.- 28.10. hielt Pastor Hammacher aus Krefeld, täglich um 20,00 Uhr eine Evangelisation  in der Voerder Kirche.

Am 29.Oktober, war eine Rüststunde mit Abendmahlsfeier mit Pastor Breer. Am 30.Oktober um 8,00Uhr, die Morgenwache mit Pastor Steen;um 9,30 Uhr Festgottesdienst  mit Pastor Johannes Busch , Witten. Um 15,00 Uhr in der Voerder Kirche, Festfeier für die ganze Gemeinde unter Mitwirkung der vereinigten Männer -- und Posaunenchöre, es sprach Pastor Bopp aus Wuppertal – Barmen. Am 12 November wurde des Tages der Vereinsgründung, am 11. November 1849 gedacht.

1953

Im Jahre 1953 wurde nach vielen Jahren, unter der Leitung von Hans Gouttrin, der CVJM -- Posaunenchor gegründet. Er  sah in diesem Chor sein Lebenswerk, widmete ihm seine ganze Kraft und brachte manches persönliche Opfer. Junge Menschen, die Freude an der Blasmusik hatten, bildete er kostenlos aus. Der Chor hatte sich zum Leitwort erkoren:                     

Es sollen solch Blasen mit den Drommeten (Trompeten) die Priester tun ....4. Mose 10, 8

Auf Goldhochzeiten, in Krankenhäusern, bei den Sang und Klangveranstaltungen im Hülsenbecker Tal, beim Pfingstgottesdienst an der Glöer - Talsperre, bei Bundesposaunenfesten und Kirchentagen,  waren die Bläser  des Chores gern gesehene Gäste.

1955

Die Richtlinien für die Frauen- und Mädchenarbeit im CVJM werden verabschiedet

1960

Gerhard Bohner wird 1 Vorsitzender und löst Ewald Stöhr ab

1961

Karl Wiethege wird 1. Vorsitzender

1965

Richard Döring wird zum 1. Vorsitzenden gewählt

1968

Im Jahre 1968 bedurfte unser Haus einer dringenden Renovierung, die Kanonenöfen, die bisher unsere Räume erwärmt hatten, wurden durch Außenwandkamine  ersetzt, die Dächer des Vereinshauses wurden repariert, der Jugendraum im Kellergeschoß wurde in Eigenarbeit vergrößert, die Toilettenanlagen im Keller wurden erweitert, hierzu mußten einige Kubikmeter Lehm und Felsgestein bewegt werden. Altes Gestühl und kaputte Tische wurden in einer großen Entrümpelungsaktion unter dem Boden des kleinen Saales hervorgeholt, zum Lohernocken Sportplatz gebracht, und zu einem Lagerfeuer aufgeschichtet. In den Abendstunden wurde dann das Lagerfeuer entzündet.

1969

Der Reichsverband ändert seinen Namen in CVJM Gesamtverband Deutschland

1970

Nach seinem engagierten Wirken als Kassierer, Jungschar und Jungenschaftsleiter, wird Werner Paar im Jahre 1970 zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1976

Rolf Voss wird  1. Vorsitzender des Vereins

1979

Im Jahre 1979 war es dann wieder soweit, die Mitglieder des Vereins wurden in der Jahreshauptversammlung  über dringende Renovierungsarbeiten unterrichtet, wie immer, es fehlte am nötigen Kleingeld. Man entschloß sich also dazu, soviel wie eben möglich in Eigenarbeit zu leisten. August Salzmann stellte in mühevoller Kleinarbeit zwei Schilde her, der eine symbolisierte das CVJM – Dreieck, der andere das Jungschar  Emblem, das Ankerkreuz. 5000 Löcher mußten zur Aufnahme von roten und weißen Schuhnägeln gebohrt werden. Die Nägel konnten gekauft und eingeschlagen werden, „ wer den Nagel einkloppt, stiftet für das CVJM – Haus“, war das Motto der Aktion. Damit das bleiverglaste  Leuchtturmfenster freigelegt und renoviert werden konnte, wurde ein sogenannter  Baustein an Mitglieder und Freunde des Vereins verkauft, die Preise bewegten sich, je nach Geldbeutel, um 20,00 -  50,00 DM und mehr. So wurde gespart und gesammelt, bis 1982 genügend Geld zur Verfügung stand und die Renovierung beginnen konnte. Nach zweijähriger Renovierungszeit  war es geschafft, mit Gottes Hilfe, viel selbstlosem und persönlichem Einsatz der Mitglieder des Vereins, erstrahlte unser Heim in neuem Glanze. Eine neue Heizungsanlage wurde eingebaut, und der kleine Jugendraum neu gestaltet.

1980

Unser Verein erhält den Namen „Christlicher Verein junger Menschen“. Mit dieser Namengebung ist  sowohl die Mädchen und Frauenarbeit, als auch die gemischte Arbeit im Verein voll integriert.

Es wird eine Volleyballgruppe von Behrens Santjer gegründet

1981

Ulrich Wutzke wird 1. Vorsitzender des Vereins

1983

Seit dem 2. Dezember 1983, ist der CVJM-Ennepetal-Voerde ein eingetragener Verein, er ist unter der  Reg.Nr. 227, im Vereinsregister des Amtsgerichtes Schwelm eingetragen.

1984

135. Jahresfest und die Renovierungsarbeiten sind beendet.

1989

Feiern wir unser 140. Jahresfest. Feier mit Bundessekretär Jürgen Vogels zum Rhema „Erinnerungen“

1993

Am 8. September 1993 feiert Hans Gouttrin ein Doppeljubiläum, 40 Jahre ist er Chorleiter und 40 Jahre sind seit der Gründung des Posaunenenchores vergangen. Leider wird es auch das letzte Jahr als Chorleiter sein.

1994

145. Jahresfest mit der Gruppe Ten Sing aus Chemnitz

1995

Unsere Volleyballgruppe wird zum wiederholten Male Stadtmeister.

1997

Unter der Leitung von Christian Hubig wird der Theaterkreis des CVJM Ennepetal-Voerde gegründet.

1998

Die Kirchengemeinde plant an der Lindenstraße 1 ein neues Gemeindezentrum zu bauen und tritt an den CVJM wegen einer Beteiligung an diesem Projekt heran

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins wird die Entscheidung getroffen, mit der Kirchengemeinde Verhandlungen aufzunehmen

Unser Vereinshaus, wird wegen Teilschließung des Gemeindehauses wegen Baufälligkeit, zum Mittelpunkt der Kirchengemeinde Ennepetal Voerde.

„Die Mausefalle“ des Theaterkreises kommt zur Aufführung

1994

Der Theaterkreis erweckt den „Gestiefelten Kater“ auf der Bühne mit Leben

Unter dem Motto „Kommt, lasst uns Weggefährten sein......“ begehen wir unser 150 Jahresfest

2003

Marita Martini wird zur 1. Vorsitzenden gewählt

2010

Amelie Clever tritt die Nachfolge von Marita Martini als 1. Vorsitzende an

2013 - 2016

Der Verein hat keinen 1. Vorsitzenden mehr, die Stelle bleibt mangels Bewerber vakant.

2014

40 Jahre CVJM Gesprächskreis. Ab 2015 wird es kein Programm mehr für den Gesprächskreis geben. Ein letztes offizielles Zusammenkommen ist am – 11.12. 2014 – . Es ist der besinnliche Jahresabschluss gemeinsam mit dem Bibelkreis. So werden diese Zeilen zu einem Abschiedsbrief. Wir derzeitigen Besucher des Gesprächskreises haben festgestellt, das unser Kreis in die Jahre gekommen ist. Wir sind älter und immer weniger geworden. Neue Aktivitäten machten in der letzten Zeit immer mehr Mühe. Vor 40 Jahren waren wir ein Kreis von Erwachsenen im Alter von ca. 30/35 Jahren, die aktiv das Leben im CVJM geprägt haben. Oft gab es auch gemeinsame Aktivitäten mit den Kindern und Freizeiten. Oder wir organisierten „Seniorenfahrten“ mit Kaffeetrinken, für die Senioren im CVJM. Der Gesprächskreis war für uns, neben der Bibelstunde, die zentrale Stelle im CVJM Voerde. Es entstand eine enge Gemeinschaft und persönliche Freundschaften. Als Fazit ist zu sagen, das die 40 Jahre Gesprächskreis im CVJM Voerde, eine von Gott geführte und gesegnete Zeit war. Wir machten oft die Erfahrung der Losung für dieses Jahr 2014 dem Jahr des Abschieds vom Gesprächskreis, jedoch nicht vom CVJM und den Freundschaften. Die Jahreslosung lautet: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ In der Lutherübersetzung des Verses aus Psalm 73 Vers 28 heißt es: „Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.“ Das wünschen wir allen Gruppen und Kreisen und Mitgliedern in unserem CVJM Voerde. 

Der Theaterkreis feiert mit Creeps Premiere in Oberbauer 

Wir haben uns als Verein an der Aktion „Schuhgabe“ der Kleiderstiftung beteiligt und wurden von Schuhen überrollt. 1712 paar Schuhe in allen Größen und Farben konnten auf 72 Kartons auf 5 Paletten, dank der Spedition Schmidt an die Dt. Kleiderstifung übergeben werden

2015

Tratsch im Treppenhaus mit 4 Vorstellungen feiert Premiere.

Es gab die 1. Church Night im Gemeindezentrum.

2018

Amelie Clever wird 1. Vositzende des Vereins.

2019

170 Jahre CVJM Ennepetal-Voerde e.V.

Feier des Jahresfestes im Gemeindezentrum Voerde. Die Andacht hielt Pfarrer Armin Kunze mit gemeinsamen Abendmahl. Anschließen feierte man in den Räumen der Jugendetage miteinander.

    

 

Die Arbeiten schreiten voran. Erste Teile sind fertig. Es werden noch Bilder aus der alten Zeit gesucht. Wer kann helfen?????? 

 

Wer Beiträge zu unserer Vereinsgeschichte, Fotos oder andere Dokumente hat, sende diese doch bitte an: vorstand@cvjm-en-voerde.de   Danke